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Wirkungsvielfalt

Homöopathische Wirkstoffe heißen Ursubstanzen oder - im Falle flüssiger, häufig alkoholischer Drogenextrakte - Urtinkturen. Durch stufenweise Verdünnung nach präzise festgelegten Regeln entstehen daraus die Potenzen als eine ungeheuer vielfältige homöopathische Arzneimittelpalette. Hahnemann selbst arbeitete nach dem Centesimalsystem mit C-Potenzen (Verdünnungen in Stufen von jeweils 1:100). Bei Verdünnungsschritten von 1:10 entstehen D-Potenzen im Dezimalsystem. Q- oder LM-Potenzen entstammen dem Quingentesimalsystem, einer Potenzierung im Verhältnis von jeweils 1:50 000.

Nach der homöopathischen Lehre werden niedere Potenzen häufig, mittlere seltener und sehr hohe oft nur einmal verabreicht. Der Umgang mit Hochpotenzen setzt sehr viel Erfahrung und eine genaue Diagnosestellung voraus.
Klassische homöopathische Arzneiformen sind Dilutionen als flüssige Potenzen, Globuli als fest-flüssige Potenzen und Verreibungen oder Triturationes als feste Potenzen, die heute bei industrieller Herstellung meist zu Tabletten verpresst werden. Im homöopathischen Arzneibuch sind Ampullen und weitere Arzneiformen aufgeführt.

Zur Behandlung im Sinne Hahnemanns werden im Idealfall Einzelmittel (echte Similia) verwendet. Wenn es sehr schwierig ist, das passende Einzelmittel zu finden, kann man auf "Polychreste" ausweichen. Das sind Einzelmittel mit einem breiten Wirkungsspektrum, die die psychischen Symptome verstärkt mitberücksichtigen.
Daneben gibt es Komplexmittel. Diese sind Mischungen aus Einzelmitteln, deren Wirkungen sich addieren sollen oder Gemische, die gemeinsam potenziert worden sind. Eine Sonderform davon sind die Potenzakkorde, eine Mischung aus verschieden hohen Potenzen eines Einzelmittels. Sie dienen zur gleichzeitigen Behandlung von akuten und chronischen Zuständen und werden eingesetzt, um die "Erstverschlimmerung" einzuschränken.
Besonderheiten der Einnahme

* Homöopathika werden am besten über die Mundschleimhaut resorbiert, sie sollten deshalb 15 bis 20 Minuten vor dem Essen eingenommen werden.
* Dilutionen nimmt man unverdünnt oder mit etwas Wasser und behält sie einige Minuten im Mund.
* Globuli, Tabletten oder pulverförmige Verreibungen lässt man unter der Zunge zergehen.
* Stark desinfizierende Mund- und Gurgelwässer oder Zahnpasten sowie starker Kaffee verändern die Beschaffenheit der Mundschleimhaut und sollten während der Einnahme homöopathischer Arzneimittel vermieden werden.

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