Bewährte Indikationen homöopatschischer Therapie
Die homöopathische Therapie ist nach den üblichen Grundsätzen der Pharmakologie (Dosis-Wirkungskurve) nicht abhängig von der Quantität stofflicher Mengen. Ihre Wirkung beruht vielmehr im Sinne einer spezifischen Reiztherapie auf der Qualität eines Arzneimittels, hergestellt nach den Richtlinien der homöopathischen Pharmazie, eines Arzneimittels also, das in jedem Verhältnis, in der Sprache der Homöopathie in jeder Potenz, einen Reiz auf das Krankheitsgeschehen ausüben und die gewünschte Reaktion des Organismus zur Überwindung der gesundheitlichen Störung auslösen kann. Nicht selten genügt hierfür im biologischen Verständnis ein einziger gezielter Reiz. Voraussetzung für dieses Phänomen ist allerdings, dass der Organismus zur Reizbeantwortung noch fähig ist.
Höhe der Potenz
Nach diesen Prämissen gibt es auch keine feste Dosierungsanweisung für homöopathische Mittel, sei es hinsichtlich der Potenz oder der Häufigkeit der einzelnen Gaben. Es gibt Richtwerte, nach denen man arbeiten kann. Was die Potenzen anbetrifft, werden bei akuten Erkrankungen tiefere Potenzen in häufigeren Gaben bevorzugt, bei chronischen höheren Potenzen in selteneren Gaben, wobei die Grenzen nach der einen oder anderen Seite nicht definitiv festzulegen sind. Dieser weite Spielraum ist nicht ein Zeichen von Willkür oder Unsicherheit, er spiegelt eher in "reizvoller" Weise die ebenso schwer fassbaren, subtilen Vorgänge im natürlichen Heilungsprozess wider.
In dem vorliegenden Bericht wurden nun solche Potenzen gewählt, die sich erfahrungsgemäß im "Routinefall" bewährt haben. Das heisst nicht, dass nicht auch andere Potenzen nach oben oder unten zum gleichen Erfolg führen können.
Häufigkeit der Gaben
Mit der Dosierung, der Häufigkeit der Gaben, verhält es sich ähnlich. Auch hier gibt es kein festes Schema.
Im allgemeinen gibt man
1 - 3 mal täglich 5 - 10 Tropfen (Dil.) oder
1 - 3 mal täglich 1 Tablette
1/2 Stunde vor den Mahlzeiten unverdünnt auf die Zunge, die Tablette lässt man langsam im Munde zergehen.
Dieser Hinweis gilt für alle in dem Bericht genannten Mittel, wenn nicht andere Angaben dem entgegenstehen.
Mittelwahl
Im Prinzip gilt für die Mittelwahl die bekannte Simile-Regel (s. "Lebendige Homöopathie", DHU). Es haben sich jedoch im Laufe der Zeit ex usu in morbis eine größere Anzahl therapeutischer Fixpunkte ergeben, die nicht immer eine eingehende Differenzierung erfordern, wenn auch die Beachtung gewisser Leitsymptome das Vorgehen erleichtert. Auf diesen Erfahrungen gründet sich die vorliegende Mittelwahl.
Selbstmedikation
Die ausgewählten Mittel eignen sich im wohlverstandenen Sinne für die Selbstbehandlung, wie sie auf homöopathischem Gebiet seit Jahrzehnten in vielen Bevölkerungskreisen gang und gäbe ist. Nur der Apotheker in seiner Eigenschaft als Arzneimittelsachwalter ist in der Lage, diesen Brauch zu steuern und zu beeinflussen. Die Selbstbehandlung wird sich im Alltag auf solche Anwendungen beschränken, die ohne tätige Hilfe des Arztes durchgeführt werden können. Im Zweifelsfall ist dessen Inanspruchnahme unerlässlich.
Natürliche Heilung
Der Vorteil der homöopathischen Therapie besteht darin, dass ihre Mittel nicht ausgerichtet sind auf Unterdrückung der Krankheitssymptome im Sinne einer Gegensteuerung, sondern dass sie gleichsinnig die natürlichen Heilungsbestrebungen des Organismus unterstützen oder anregen.
Gelegentlich auftretende geringfügige subjektive Wahrnehmungen nach Einnahme der homöopathischen Mittel sind als "Erstverschlimmerungen" zu deuten, wie es im homöopathischen Sprachgebrauch heißt. Sie sind meist unbedenklich und gelten in der Regel als Indiz für die richtige Mittelwahl, verschwinden rasch von selbst oder nach Übergang auf eine höhere Potenz, wenn der gesamte Krankheitsverlauf nicht andere Maßnahmen erfordert.











