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Die Wirkungsweise von Thymian

Schon bei den Ägyptern und Griechen und weiter im Mittelalter genoss die Thymianpflanze großes Ansehen. Erst in den letzten zwanzig Jahren jedoch ist es mit Hilfe moderner Analysetechniken gelungen, die Hauptinhaltsstoffe der Droge zu isolieren und in ihrer Struktur aufzuklären.

Ätherisches Öl gibt dem Kraut und entsprechenden Extrakten den typischen Thymiangeruch. Es ist in der getrockneten Droge in einer Konzentration von 1,5-2,5% enthalten. Zwei flüchtige Phenole, Thymol und Carvacrol, machen zusammen etwa 50% des gesamten Ölvolumens aus. Als weitere Komponenten kommen die Terpenverbindungen 1,8-Cineol, Linalol, Geraniol und Borneol vor. Im nicht flüchtigen Anteil der Thymian-Kräuter findet man weitere phenolische Verbindungen, unter ihnen ca. 20 Flavonoidverbindungen wie Apigenin oder Luteolin sowie organische Säuren, Triterpene und Zuckerpolymere.

Die antimikrobiellen, antiseptischen, krampflösenden und entzündungshemmenden Effekte des Thymians sind zum größten Teil auf das ätherische Öl zurückzuführen. Die antibakterielle Wirkung von Thymol und Carvacrol wurde an über 40 Bakterien- und Hefestämmen (u.a. an Staphylokokkkus-, Streptokokken- und an Pseudomonas-Stämmen) nachgewiesen. Diese beiden Phenole sind auch für die krampflösende Wirkung verantwortlich. Weiterhin regt Thymianöl die Sekretomotorik an; durch die Verflüssigung des zähen Schleims wird das Abhusten erleichtert. Die antiinflammatorische Wirkung, nachgewiesen im sog. Cyclooxygenase-Modell, liegt im Wirkungsbereich von Indometacin. Daran sind auf jeden Fall auch die Flavonoide und die anderen phenolischen Verbindungen beteiligt. Zusätzlich zu diesen bereits bekannten Effekten wurden nun auch dosisabhängige immunstimulierende Eigenschaften von Thymianextrakt festgestellt.

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