Methoden zur Bestimmung von Übergewicht
- BMI: (=Body-Mass-Index )
- Methode nach Broca
- Bioelektrische Impedanz-Analyse
- Weitere Methoden
- Messung der Fettverteilung (der T/H - Quotient)
BMI (=Body-Mass-Index )
Der Körpermassenindex bzw. Body-Maß-Index (= BMI), wird aus dem Körpergewicht und der Körpergröße berechnet.
BMI = Körpergwicht in kg/ (Körpergewicht in m)²
Der in dieser Formel errechnete Index wird an Hand verschiedener Tabellen interpretiert. So wird das wünschenswerte Körpergewicht mit Hilfe des BMI festgelegt (siehe Tabelle weiter unten). Weiterhin werden durch den BMI die Ausprägungen von Übergewicht (aber auch die Ausprägungen von Unterernährung) definiert. Den BMI findet man auch häufig in vielen wissenschaftlichen Studien, um die negativen Folgeerscheinungen von Übergewicht zu verdeutlichen (siehe Grafik weiter unten "Regelmäßige Inanspruchnahme des Allgemeinarztes...“).
Für Kinder im Wachstumsalter ist die weiter oben abgebildete Formel nicht anwendbar.
Einteilung des Körpergewichts nach BMI
| BMI < 20 | Untergewicht (Frauen, 16-24 Jahren, BMI 19-20, gelten als normal) |
| BMI 20 - 24 | Normalgewicht |
| BMI 25 - 29 | leichtes bis mäßiges Übergewicht |
| BMI 30 -39 | deutliches Übergewicht |
| BMI ab 40 | sehr starkes Übergewicht |
Quelle: nach Hauner, Leichter durchs Leben. TRIAS - Georg Thieme Verlag 1996
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Altersabhängige Definition des BMI
| Altersgruppe | wünschenswerter BMI |
| 19-24 Jahre | 19-24 |
| 25-34 Jahre | 20-24 |
| 35-44 Jahre | 21-26 |
| 45-54 Jahre | 22-27 |
| 55-64 Jahre | 23-28 |
| >= 65 Jahre | 24-29 |
Quelle: National Research Council (USA): Diet and Health. Implications for Reducing Chronic Disease Risk. National Academy Press, Washington D.C. (1989)
In dieser Tabelle wird der wünschenswerte BMI dargestellt, d.h. der BMI- Wert, der nach dem National Research Council mit der höchsten Lebenserwartung einhergeht.
Anmerkung: BMI-Werte über 25 können bei vorliegender Stoffwechselstörung wie z.B. Diabetes mellitus u.a oder aber auch bei einem ungünstigen T/H-Quotient aus gesundheitlicher Sicht problematisch sein, d.h. unter bestimmten Voraussetzungen sollte auch bei einem 'wünschenswerten' BMI eine Gewichtsreduktion erfolgen. Liegt der BMI über dem 'wünschenswerten' BMI, sollte auch ohne vorliegende medizinische Komplikationen eine Gewichtsreduktion angestrebt werden.
Methode nach Broca
Nach Broca wird das Normal- bzw. Sollgewicht nach der folgenden einfachen Formel berechnet:
Körpergewicht in cm minus 100 = Normal-bzw. Sollgewicht
Diese Formel gilt für Männer. Bei Frauen werden üblicherweise noch 5-10% abgezogen.
Bei Kindern gilt diese Methode zur Bestimmung des Normal-bzw. Sollgewichtes nicht.
Wenn ihr Gewicht den errechneten Wert um bis zu 10 % über- bzw. unterschreitet liegen Sie im Normalbereich
Vorteile: Mit der Broca-Formel kann Über- bzw. Untergewicht leicht berechnet werden.
Nachteile: Das Broca-Sollgewicht hängt stark von der Körpergröße ab, d.h. bei besonders großen oder kleinen Menschen ist diese Berechnungsformel ungeeignet.
Bioelektrische Impedanz Analyse (BIA)
Die Bestimmung der Körperfettmasse durch die bioelektrische Impedanz-Analyse beruht auf dem Prinzip, dass verschiedene Körpergewebe (Körperfettmasse, Muskulatur, Knochen) bei Stromdurchfluss unterschiedliche Widerstände aufbauen. Aus den Widerstandsmessungen und anderen Größen lässt sich die Körperfettmasse bestimmen. Die verwendeten Stromstärken sind gesundheitlich unbedenklich und nicht spürbar. Bei Personen mit Herzschrittmachern sollte diese Methode allerdings nicht eingesetzt werden.
In den letzten Jahren findet man diese Methode häufiger in diversen Fitness-Studios. Dazu muss aber erwähnt werden, dass die Messergebnisse dieser Methode durch verschiedene Störfaktoren, die häufig durch nicht fachkundige Bedienung der Messgeräte verursacht werden, zu falschen Werten der Körperfettmasse führen können.
Vorteile: genaues Maß für Körperfett, unabhängig von Körpergröße und Köperbau
Nachteile: Störfaktoren können Messergebnisse verfälschen. Es entstehen Kosten, die für die Behandlung des Übergewichts nicht notwendig sind.
Weitere Methoden
Neben den oben genannten Methoden gibt es noch andere, die an dieser Stelle nur kurz erwähnt werden sollten.
So eignet sich zum Messen von Bauchfett die Computertomographie (diese Methode ist aber ebenfalls sehr kostenintensiv und oftmals unnötig, denn Bauchfett lässt sich auch leicht äußerlich erkennen).
Die Hautfaltendicken-Messung ist eine geeignete Methode, das Körperfett bei Kindern zu messen.
Die Unterwasserwägung bzw. das DEXA-Verfahren ist eine relativ aufwendige Methode zur Bestimmung des Körperfettes. Bei diesem Verfahren wird die physikalische Eigenschaft von Fett (Fett ist leichter als Wasser) ausgenutzt. Aus der Differenz aus normal gewogenem Gewicht und unter Wasser gewogenem Gewicht errechnet sich der Körperfettanteil.
Messung der Fettverteilung (der T/H- Quotient)
Gesundheitliche Komplikationen als Folge von Übergewicht hängen nicht ausschließlich von dem Ausmaß des Übergewichts ab.
So zeigen wissenschaftliche Untersuchungen, dass eine Gewichtszunahme im Gesäß- und Oberschenkelbereich (= Birnen-Typ) weitaus weniger gefährlich ist als eine Fettvermehrung im Bauchraum (Apfel-Typ).
Menschen mit bauchbetonter Fettverteilung (Apfel-Typ) leiden viel häufiger an Diabetes, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen oder Arteriosklerose als Menschen mit hüftbetonter Fettverteilung (Birnen-Typ).
Aus medizinischer Sicht wird diese Tatsache folgendermaßen begründet:
Bauchfettzellen sind viel stärker durchblutet und von Nervenzellen durchzogen als Fettzellen aus anderen Regionen. Dadurch kann das Fett in den Bauchfettzellen viel rascher freigesetzt werden, weswegen der 'Apfel-Typ' häufiger an den oben genannten gesundheitlichen Komplikationen leidet als der 'Birnen-Typ'.
Eine Methode, die Fettverteilung eines Menschen zu bestimmen, wird durch die Berechnung des sogenannten 'Taille-Hüft-Quotienten (T/H Quotient) gegeben. Dazu benötigt man lediglich ein Haushaltsmaßband mit dem man den Taillenumfang (zwischen Becken und unterster Rippe) und den breitesten Hüftumfang bestimmt. Diese beiden Werte müssen dann geteilt werden.
T/H-Quotient = Körperumfang in Taillenhöhe/ Körperumfang in Hüfthöhe
Der Taille-Hüft-Quotient sollte bei Männern kleiner als 1,0 und bei Frauen kleiner als 0,85 sein. Mit dem Älterwerden nimmt dieser Quotient leicht zu, sollte aber dennoch die genannten Grenzwerte nicht überschreiten. Weiterhin ist zu beachten, dass ein Taillenumfang von über 100 cm, unabhängig von dem Hüftumfang, als ungünstig zu betrachten ist.
Weiter zum Kapitel: Richtig Abnehmen.








