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Die wichtigsten Fragen zur Pille

Knapp die Hälfte der Frauen zwischen 15 und 45 verhüten heute mit der Antibaby-Pille. Was sie wissen sollten, was sie beachten müssen, fassen wir nachstehend zusammen:

Wie sicher ist die Pille?
Die Pille gilt als das sicherste Verhütungsmittel. Auch wenn neuere Pillen immer weniger Hormone enthalten - sie schützen nach wie vor nahezu hundertprozentig vor einer Schwangerschaft, vorausgesetzt, sie werden richtig eingenommen.

Was bewirkt die Pille?
Die Pille verhindert den Eisprung. Es wird keine Eizelle aus dem Eierstock freigegeben. Das bewirken die in der Pille enthaltenen weiblichen Hormone Östrogen und Gestagen. Zusätz-lich verändert die Pille die Schleimhaut der Gebärmutter so, daß sich eine befruchtete Eizelle schlechter einnistet. Und sie verdickt den Schleimpfropf im Gebärmutterhals, so daß Spermien schwerer in die Gebärmutter gelangen.

Von welchem Alter an dürfen Mädchen die Pille nehmen?
Bei der Verordnung der Pille geht der Frauenarzt in erster Linie von der körperlichen Reife seiner Patientin aus. Mädchen über 14 Jahre kann er die Pille prinzipiell auch ohne die Einwilligung der Eltern verschreiben.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?
Zu den Beschwerden, die auftreten können, zählen Übelkeit, Zwischenblutungen, Spannungsgefühle in den Brüsten, Kopfschmerzen und leichte Gewichtszunahme. Oft verlieren sich die Begleiterscheinungen nach einigen Einnahmezyklen. Nicht jede Frau verträgt jedes Präparat gleich gut. Besprechen Sie auftretende Probleme mit Ihrem Frauenarzt. Er kann Ihnen eventuell ein anderes Präparat verschreiben. Auch moderne, niedrigdosierte Pillen sind nicht ohne Risiken: In seltenen Fällen können die Hormone den Blutdruck, die Blutzucker- und die Blutfettwerte erhöhen und die Blutgerinnung verändern.

Thema Brustkrebs: Im Allgemeinen wird die Gefahr, an Brustkrebs zu erkranken, durch die Pille nicht größer. Bei Frauen, in deren Familien bereits in einer oder mehreren Generationen Brustkrebs aufgetreten ist, erhöht sich möglicherweise durch die Pille das Risiko geringfügig.

Hat die Pille auch "positive Nebenwirkungen"?
Viele Frauen haben eine bessere Haut und leiden weniger unter schmerzhaften Regelblutungen. Die Pille kann bis zu einem gewissen Grad vor Eierstock- und Brustzysten sowie vor Entzündungen der Gebärmutter, Eileiter und Eierstöcke schützen. Eierstock- und Gebärmutterschleimhautkrebs treten deutlich seltener auf.

Pille vergessen - was nun?
Schlucken sie die vergessene Pille innerhalb von zwölf (bei Zweiphasenpräparaten sechs) Stunden und verfahren Sie mit der restlichen Packung wie gewohnt. Weitere Maßnahmen sind nicht erforderlich. Haben Sie Ihre übliche Einnahmezeit um mehr als zwölf (bzw. sechs) Stunden überschritten, müssen Sie diesem Zyklus zusätzliche Verhütungsmaßnahmen wie Kondome oder Schaumovula ergreifen. Wichtig: Die Minipille erlaubt fast keine Verzögerung (maximal drei Stunden!)

Was tun bei Durchfall und Erbrechen?
Als Faustregel gilt: Wenn Sie sich innerhalb von vier Stunden nach Einnahme der Pille übergeben oder Durchfall hatten, sind Sie nicht mehr sicher geschützt.

In beiden Fällen wird empfohlen, innerhalb von zwölf (bzw. sechs) Stunden eine weitere Pille einzunehmen. Beenden Sie die Packung wie üblich, damit keine Zyklusstörungen eintreten. Verhüten Sie in diesem Zyklus jedoch zusätzlich zum Beispiel mit Schaumovula oder Kondomen.

Wie verträgt sich die Pille mit anderen Medikamenten?
Einige Arzneimittel können die Wirkung der Pille beeinträchtigen. Dazu gehören u.a. Antiepileptika, bestimmte Schlaf- und Schmerzmittel, aber auch Antibiotika, die der Arzt zum Beispiel gegen eine Erkältung oder bei einer Blasenentzündung verschreibt. Falls Sie regelmäßig oder akut Medikamente einnehmen sollten Sie das deshalb Ihrem Frauenarzt mitteilen.

Läßt sich mit der Pille die Periode verschieben?
Kommt die Blutung zu einem ungünstigen Zeitpunkt, läßt sie sich mit der Pille verschieben. Frauen, die ihre Tage mit Hilfe der Pille "vertagen" wollen, sollten darüber mit dem Frauen-arzt sprechen. Generell gilt: Hinauszögern ist sicherer als Vorverlegen.

Wie lange können Frauen die Pille nehmen?
Wenn keine Gesundheitsschäden oder Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck, Zucker-krankheit oder starkes Übergewicht dagegen sprechen, können Frauen die Pille bis zu den Wechseljahren nehmen.

Ist eine Pillenpause sinnvoll?
Eine Pillenpause ist aus heutiger Sicht nicht nötig, weil die Pille die Fruchtbarkeit und eine nachfolgende Schwangerschaft offenbar nicht beeinträchtigt. Nach Absetzen kann eine Frau sofort schwanger werden.

Welche Pille für wen?

Bis eine Frau weiß, welche Pille für sie die richtige ist, muß sie manchmal verschiedene Präparate ausprobieren. Der Frauenarzt berät sie dabei. Diese Pillen-Typen gibt es:

"Klassische Pille"
Die "klassischen" Pillenpräparate enthalten eine Kombination aus einem Östrogen und einem Gestagen. Sie werden 21 (selten 22) Tage lang eingenommen. Dann folgen sieben (bzw. sechs) Tage Pause, in denen eine Blutung auftritt. Je nach Präparat können jedoch die Hormonmengen in jeder Pille wechseln.

Ein-Phasen-Pille: Bei ihr bleibt das Verhältnis Östrogen-Gestagen in jeder Pille konstant.

Zwei-Phasen-Pille: Die ersten zehn Pillen des Einnahmezyklus enthalten nur Östrogene, in den restlichen elf Tagen Östrogene (in unveränderter Dosis) und zusätzlich Gestagene.

Drei-Phasen- Pille: Bei dieser Pille werden die Hormonmengen noch enger an den natürlichen Zyklusverlauf der Frau angepaßt und in drei Schritten abgestuft.

Mikropille: Mikropillen sind eine noch niedriger dosierte Untergruppe der klassischen Kombinations-pillen. Ihr Östrogenanteil liegt bei weniger als 50 Mikrogramm Ethinylestradiol pro Tag.

Minipille: Sie enthält im Gegensatz zu allen anderen Pillen keine Östrogene, sondern nur das Hormon Gestagen in sehr geringer Dosis. Sie unterdrückt nicht den Eisprung, sondern macht den Schleimpropf im Gebärmutterhals für Samenzellen undurchlässiger. Die Sicherheit ist etwas geringer als bei anderen Pillen. Die Minipille muß jeden Tag ohne Einnahmepause sehr pünktlich (auf drei Stunden genau) eingenommen werden, als auch während der Periode. Sie ist vor allem für Frauen geeignet, die "klassische Pillen" wegen östrogenbedingter Nebenswirkungen nicht vertragen.

Lesen Sie auch unseren Artikel zu Schwangerschaftsabbruch mit RU 486.

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