Überblick Erektionsstörungen
- Was sind Erektionsstörungen?
- Wie kommt eine Erektion zustande?
- Was sind die Ursachen von Erektionsstörungen?
- Seelische Ursachen
- Körperliche Ursachen
- Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Was sind Erektionsstörungen?
Unter dem Begriff "Erektionsstörung" versteht man eine unzureichende Versteifung des Gliedes, so daß die Ausübung des Geschlechtsverkehrs nur schwer oder gar nicht möglich ist.
Neuesten Schätzungen zufolge leiden allein in den alten Bundesländern ca. 3 Millionen Männer im zeugungsfähigen Alter unter Beschwerden dieser Art.
Durch ein ausführliches ärztliches Gespräch in Verbindung mit einer Untersuchung können in vielen Fällen die Ursachen von Erektionsstörungen eingegrenzt und Möglichkeiten zur Behandlung eröffnet werden.
Neben einer Verbesserung der Erektionsfunktion sollen die Therapiemaßnahmen auch helfen, Störungen des Selbstwertgefühls zu bessern ung mögliche partnerschaftliche Konflikte zu vermeiden.
Wie kommt eine Erektion zustande?
Das Glied (Penis) besteht im Wesentlichen aus drei Schwellkörpern, die die Harnröhre umgeben. Die Versteifung des Gliedes kommt dadurch zustande, daß die Schwellkörper (Corpora cavernosa) vermehrt mit Blut gefüllt werden. Gleichzeitig wird der Abfluß des Blutes aus dem Penis gedrosselt. Die Steuerung dieses Vorgangs ist sehr kompliziert und erfolgt über Nervenimpulse in Verbindung mit der Wirkung des männlichen Hormons Testosteron.
Was sind die Ursachen von Erektionsstörungen?
Die Ursachen von Erektionsstörungen können sehr vielfältig sein, wobei es grundsätzlich (organische) und seelische (psychische) Gründe gibt.
Bei jüngeren Männern überwiegen die psychisch bedingten Ursachen, bei Männern über 40 Jahren die organischen Ursachen. Es sind jedoch auch Überschneidungen beider Ursachen möglich, z.B. kann eine psychische Ursache eine organische Ursache nach sich ziehen bzw. kann eine organische Störung zusätzlich auch eine psychische Komponente erhalten.
Seelische Ursachen
Bei psychisch bedingten Ursachen einer Erektionsstörung kommt unter gewissen Voraussetzungen, wie z.B. bei Masturbation oder in einer erotisch anregenden Situation, eine Erektion zustande, beim Geschlechtsverkehr wird die erwünschte und kontrollierte Versteifung des Gliedes jedoch nicht erreicht.
Diese Störungen sind häufig Folge falscher Sexualvorstellungen oder Sexualerwartungen. Erziehung, Partnerin und situatives Umfeld können dabei eine große Rolle spielen. Männern mit psychisch bedingten Erektionsstörungen kann weniger mit Medikamenten als vielmehr durch eine sexualtherapeutische Behandlung geholfen werden. Eine solche Therapie erfordert oft Geduld, und die Erfolgschancen steigen in vielen Fällen durch die Einbeziehung der Partnerin.
Körperliche Ursachen
- Hormonmangel
- Voraussetzung für eine Erektion ist ein ausreichender Hormonspiegel. Gesundheitsstörungen, die mit einer Verminderung des männlichen Hormons Testosteron verbunden sind, führen zu einer Verschlechterung der Erektionsfähigkeit.
- Neurologische Störungen
- Erkrankungen des Nervensystems können weitere Ursachen von Erektionsstörungen sein. Nervliche Impulse sind für die Steuerung der Erektion ausschlaggebend. Daher können Verletzungen der Wirbelsäule wie auch Erkrankungen des Rückenmarks oder bestimmter Nerven zu Störungen der Erektion führen.
- Gefäßerkrankungen
- Häufige Ursachen für organisch bedingte Erektionsstörungen sind Erkrankungen des Gefäßsystems. Für die Gliedsteife ist eine vermehrte Blutfüllung bei gleichzeitiger Drosselung des Blutabflusses Voraussetzung. Erkrankungen, die zu einer Drosselung der arteriellen Durchblutung führen, ziehen eine Minderung der Erektion nach sich. Bei Arteriosklerrose oder Bluthochdruck, der wiederum zur Arterienverkalkung führt, kann dies der Fall sein.
- Beim Diabetiker ist ebenfalls mit einer Verminderung der Erektion zu rechnen, da Diabetes einerseits zu einer Störung der arteriellen Durchblutung führt, andererseits auch Störungen des Nervensystems nach sich ziehen kann.
- Ein weiterer Faktor ist das Rauchen. Zwar läßt sich erst nach längerem Nikotinkonsum eine Störung der Penis-
- durchblutung nachweisen, diese ist dann allerdings auch durch Einstellung des Rauchens nicht mehr rückgängig zu machen.
Alle diese Faktoren sind mit ein Grund dafür, daß die organisch bedingten Ursachen überwiegend erst ab dem
40. Lebensjahr auftreten.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
An dieser Stelle soll nur auf die Behandlung der organisch bedingten Formen von Erektionsstörungen eingegangen werden.
Bei Hormonmangel
Wenn es am männlichen Hormon Testosteron mangelt, sollte eine Hormonbehandlung zum Ersatz der fehlenden Hormonmenge durchgeführt werden. Der behandelnde Arzt wird daher den altersspezifischen Hormonspiegel kontrollieren.
Bei neurologischen Störungen
Bei Nervenerkrankungen ist es selbstverständlich erforderlich, daß die ursächliche Störung behandelt wird! Häufig bringt eine Besserung des zugrundeliegenden Leidens auch eine verbesserte Erektionsfähigkeit mit sich.
Bei Durchblutungsstörungen
Bei gefäßbedingten Ursachen der Erektionsminderung sind gefäßchirurgische Eingriffe möglich. So kann z.B. zum einen durch eine Unterbrechung der venösen Abflußbahn eine Verbesserung der Penisdurchblutung erreicht werden, zum anderen ist auch eine sogenannte Bypass-Operation möglich, um eine gesteigerte arterielle Gefäßdurchblutung zu erreichen.
Weitere Behandlungsmöglichkeiten
Ein modernes Verfahren bei der Behandlung von Erektionsstörungen ist die Injektion von gefäßaktiven Substanzen in die Schwellkörper des Gliedes. Zunächst wird vom Arzt in gleichmäßigen zeitlichen Abständen die jeweilige Substanz in die Schwellkörper injiziert.
Nach mehreren Behandlungen kann durch ein derartiges Gefäßtraining eine Erektionverbesserung erreicht werden. Die Injektionstechnik kann nach Festlegung der Dosis auch selbst erlernt werden, so daß dann zu Hause die Erektion berbeigeführt werden kann.
Bei Erektionsstörungen, die nicht chirurgisch oder mit Medikamenten behandelbar sind, ist die Einpflanzung einer Penisprothese möglich. Dabei werden beispielsweise Silikonstäbe in die Schwellkörper implantiert, die zu einer Gliedsteife führen.
Weiterhin wurde eine aufblasbare Penisprothese entwickelt, bei der zwei Silikonzylinder in den Schwellkörpern über ein Flüssigkeitsreservoir und eine Pumpe gefüllt werden können. Durch ein Rückflußventil kann die Flüssigkeit aus den Zylindern wieder in das Reservoir abgelassen werden.
























